Prähistorische Felsgravuren
Felsgravuren aus grauer Vorzeit zeigen zahlreiche Szenarien vom Leben mit Ski und Schneeschuh. Als älteste Dokumente des Skilaufs haben sie für uns unschätzbaren Wert.
Reportagen aus grauer Vorzeit
Funde vorzeitlicher Schneeschuhe und Skier sagen wenig über die Menschen, die sie benutzten. Was die Bodenfunde verbergen, berichten die Felsbilder. Das Ski-Museum Vaduz zeigt originalgrosse Abreibungen prähistorischer Felsgravuren, auf denen einzigartige Szenen mit Schneeschuhen und Skiern zu sehen sind.
Auf allen Erdteilen berichten unzählige Felsbilder von Leben, Glauben, Kampf, Jagd und vielen Tätigkeiten der Jäger und Sammler. Dank diesen Bildern wissen wir, dass Menschen schon vor tausenden Jahren Schneeschuhe und Skier benutzten.
Es begann in Sibirien
Moskau meldete 1985, dass bei Ausgrabungen einer Siedlung im Westen der damaligen UdSSR, ein meterlanges Stück Eschenholz gefunden wurde, das seine Nutzung zum Schneelauf verriet. Es hatte weder eine Gleitrinne an der Unterseite noch eine aufgebogene Spitze. Archäologen und Sporthistoriker hielten es für möglich, dass solche Bretter für die Fortbewegung auf Schnee bestimmt waren. Mit der C-Datierungsmethode wurde ein Alter von 6000 Jahren errechnet. Das rechtfertigt die Annahme, dass Ski und Schneeschuh ihren Ursprung in Sibirien haben.
Der Schneeschuh wird erfunden
Ohne Hilfsmittel war der Mensch bei tiefem Schnee an die Umgebung seines Lagerplatzes gebunden. Auch war das Wild dem Jäger in der Fortbewegung überlegen. Die Erfindung des Schneeschuhs änderte das.
Der Schneeschuh ist ein ovaler Holzrahmen mit Querstäben oder gespannten Riemen aus Schnur, Wurzelholz oder Fell. Die Indianerstämme Nordamerikas waren Meister in der Herstellung praktischer Formen, die den örtlichen Verhältnissen genau angepasst waren. Rahmenschneeschuhe gibt es in den Randgebieten der Arktis, den Alpen, Skandinavien und im Kaukasus. Sie kommen auch in Japan, Kalifornien und Labrador vor.
Fern grosser Seen und Wasserläufe, ermöglichten die Schneeschuhe im Winter eine bewegliche Lebensweise. Obwohl nicht überall gleich stark verbreitet, kann man von einer weltweiten Schneeschuhkultur mit regionalen Unterschieden sprechen.
Ski und Stöcke
In Asien gibt es kurze und breite Ski. Zur Befestigung der Bindungen hatten die Bretter senkrechte Löcher. In Schweden finden wir auf beiden Seiten des Fusses eine erhöhte Leiste mit waagrechten Löchern für die Bindung.
Während der Bronzezeit ersetzte man die Seitenleisten durch eine erhöhte Fussunterlage, bei der die Durchbohrung unter den Füssen hindurchging. Diese skandinavische Form verwendeten die Lappen.
Im Umeaa-Skimuseum in Schweden wird ein 5200 Jahre alter Schneeschuh gezeigt. Dieser fellbespannte Schnabelschuh aus Holzgeflecht sollte das Einsinken im Schnee verhindern und das Gleiten ermöglichen.
Sibirische Rentiernomaden, für die die Jagd lebensnotwendig war, jagten im Winter auf Schneeschuh oder Ski das Wild. Diese Jagdmethode ist das Resultat einer Anpassung an tiefen Schnee.
Felsbilder erzählen
Am sibirischen Fluss Wyg befinden sich weltweit einzigartige Felsbilder. Sie erzählen von Hautbooten mit Tierköpfen, von der Harpunenjagd auf Wale und von der Bewältigung harter Winter mit Hilfe von Skiern. Wir sehen Skifahrer, die Jagd auf Rentier und Elch machen. In flache Felsen graviert finden wir Antworten auf Fragen der Skilauftechnik dieser Jäger.
Wir sehen den Einsatz der Skistöcke, die bereits Teller am unteren Ende hatten. Auch das ausgeklügelte System der Jagd geht aus den Gravuren hervor. Skispuren zeigen Langlauftechnik. Auf den umfangreichen Felsflächen von Salawruga wimmelt es von Skiläufern und Menschengruppen, die oft kurze Skier verwenden.
In Hautbooten sind Seefahrer von der Barentsee um das Nordkap in Richtung Atlantischer Ozean gefahren. In der Umgebung des norwegischen Altafjords wurden sie sesshaft. Ihre Felsbilder zeigen den Gebrauch der Schneeschuhe und Skier. Man sieht Szenen, auf denen Schneerahmen auf Booten mitgeführt werden.
Der Skifahrer mit der Hasenmütze
Die ersten Landnehmer Skandinaviens zogen mit ihren Booten nach Süden weiter. Sie blieben an den Fjordküsten, wo sie Fischfang betrieben. Auf dem Tafelfelsen der Insel Rødøy fand man 1929 bei Tjøtta eine steinzeitliche Ansiedlung. Steinmesser zeugten von der Tätigkeit dieser Jäger. Sie haben uns Felsgravuren hinterlassen, auf denen das Einmann-Hautboot zu sehen ist, das zur Wasserjagd diente.
Auf dieser Insel sehen wir auch einen Skiläufer mit langen, übertrieben grossen Skiern abgebildet. Er trägt eine Mütze mit Hasenohren. In der Hand hält er eine Wurfkeule, wie sie zur Hasenjagd verwendet wurde.
Prospekt Felsgravuren (2 MB)










