Die Ski-Geschichte... english
Die
Anfänge Das ist der Kommentar eines verblüfften Liechtensteiners, als er den fürstlichen Oberjäger Josef Negele aus Triesenberg 1895 auf Skiern über Balischgut hinunterfahren sieht. Vom fürstlichen Beamten aus Österreich zu dieser neuartigen Fortbewegungsweise inspiriert, avanciert Josef Negele zum ersten bekannten liechtensteinischen Skifahrer. Er wachst seine Skier mit Seife, benützt an Stelle von zwei Stöcken einen langen Bergstock und bindet anstatt Fellen Hosenträger auf die Skier auf.
In den folgenden Jahren bleibt der
Skilauf Zeitvertreib einzelner Sportfreunde, bis ihm Schweizer Grenzwächter
- ab 1924 an den Liechtensteiner Grenzen postiert - zu weiterer Popularität
verhelfen.
Am 10. Dezember 1936 wird der Liechtensteinische Ski-verband (LSV) gegründet. So sind die Fundamente für ein organisiertes und strukturiertes Sportwesen in Liechten-stein gelegt. An den Olympischen Winterspielen 1936 in Garmisch-Partenkirchen nehmen neben zwei Bobfahrern die Skiläufer Franz Schädler und Hubert Negele teil. Die Skiclubs Schaan und Triesenberg organisieren Rennen und führen erste Skikurse durch. Aus den ersten Liechtensteinischen Skimeisterschaften vom 6./7. März 1937 mit 19 Teilnehmern geht Franz Schädler als Landesmeister hervor.
Der Skisport entwickelt sich und erfährt eine zunehmende Akzeptanz auch bei den Frauen und Mädchen. Nach der Eröffnung des Tunnels Gnalp-Steg sind die Skigebiete Steg und Malbun leicht erreichbar. Die Entwicklung des Skisports im
Liechtenstein der 40er Jahre ist eng mit den Namen Sepp Ender, Inhaber des
Schweizer Skilehrerbrevets und späterer Gründer der Skischule Triesenberg,
verbunden. Auf dessen Initiative eröffnet der LSV anfangs 1940 eine
Skischule, womit eine wichtige Basis für die Förderung des Breitensports
gelegt wurde. Dank der wachsenden Aktivitäten sechs liechten-steinischen Skiclubs bieten sich auch immer mehr Start-gelegenheiten im rennsportlichen Bereich. 1944 erreicht der LSV den Anschluss an den Schweizerischen Skiverband. An den olympischen Winterspielen 1948 in St. Moritz nimmt eine gut vorbereitete Liechtensteiner Mannschaft, bestehend aus sechs alpinen und fünf nordischen Läufern, teil.
Am 2. Februar 1950 wird mit der Eröffnung des ersten Skiliftes in Steg ein weiterer Markstein in Liechtensteins Skisportentwicklung gesetzt. Die Skiclubs erweitern ihre Aktivitäten, z.B. mit der Organisation der 1. Firmenmeisterschaften (1951) und der Durchführung des ersten Nachtslaloms (1954). Liechtensteins Skifahrer beteiligen sich immer erfolgreicher an ausländischen Rennen, jedoch wird die Winter-olympiade 1952 in Oslo aus finanziellen Gründen nicht beschickt. 1956 kann dann ein Team an die Olympiade in Cortina d'Ampezzo delegiert werden.
Malbun entwickelt
sich zum Zentrum des 1963 führt der LSV erstmals Juniorenmeisterschaften durch und organisiert Jugend-Skikurse mit kompetenten aus-ländischen Trainern. 1966 wird eine Skinationalmannschaft gebildet. Auf internationaler Ebene ist die Teilnahme Lichtensteins an den Olympischen Winterspielen in Squaw Valley (1960), Innsbruck (1964) und Grenoble (1968) zu erwähnen, wo mit Martha Bühler 1968 erstmals eine Liechtensteiner Skiläuferin startete.
Liechtenstein
wächst zu einer Ski-Grossmacht heran. Mit Claudia Sprenger nimmt 1976 erstmals eine Lang-läuferin aus Liechtenstein mit Erfolg an olympischen Winterspielen teil. An der Olympiade
in Sapporo (1972) fährt Martha Bühler in die Weltspitze vor. Im Dezember
1973 erreicht Hanni An den folgenden Olympiaden und Weltmeisterschaften erzielen Willi und Paul Frommelt sowie Andreas und Hanni Wenzel goldene, silberne und bronzene Medaillen.
Hanni Wenzels Olympiasieg in Lake Placid (1980) mit drei goldenen und zwei silbernen Medaillen, aber auch die zwei Silbermedaillen ihres Bruders Andreas stellen Liechten-stein schlagartig in den Mittelpunkt des internationalen Sport-Interesses. Wenig später können Hanni und Andreas Wenzel den Weltcup-Gesamtsieg für sich verbuchen. An den Weltmeisterschaften 1982 und den Olympischen Spielen 1984 fährt auch das Nachwuchstalent Ursula Konzett in die Medaillienränge vor. Liechtensteins Skisport steht auf dem Höhepunkt internationalen Erfolges. Als dann 1984 die erfolgreiche Trainingsgemeinschaft des LSV mit dem Schweizerischen Skiverband endet, müssen neue, eigenständige Strukturen geschaffen werden.
Nach dem Rücktritt der erfolgreichen Skisportler und Funktionäre übernehmen neue Personen die Verant-wortung. Die kommenden Jahre stehen im Zeichen des Neuaufbaus. Firngleiter machen auf sich aufmerksam, als sie nationale und internationale Meisterschaften gewinnen und mit Emil Vogt 1989neinen Doppelweltmeister stellen. Der Langläufer Markus Hasler, die alpinen SkiläuferInnen Achim Vogt, Markus Foser und Birgit Heeb können erstmals Weltcuppunkte verbuchen. Weitere Höhepunkte des liechtensteinischen Skisportes waren die Erfolge von Achim Vogt und Marco Büchel. Achim Vogt holte sich 1995 eine Goldmedaille beim Weltcuprennen in Tignes. 1999 wurde Marco Büchel Vizeweltmeister
1994 erzielt der LSV erneut eine Vereinbarung mit dem Schweizerischen Skiverband zur Bildung einer Trainings-gemeinschaft. Der Skisport wandelt sich und entwickelt sich weiter. Neue Sportarten entstehen. So erfreut sich das Snowboard bei der Jugend Liechtensteins immer grösserer Beliebtheit.
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